Falken und Fragen
"Fliegt der Falke empor dank deiner Einsicht und breitet seine Flügel aus, dem Süden zu? Fliegt der Adler auf deinen Befehl so hoch und baut sein Nest in der Höhe? Auf Felsen wohnt er und nächtigt auf Zacken der Felsen und steilen Klippen. Von dort schaut er aus nach Beute, und seine Augen sehen sie von ferne."
Hiob 39,26-29
Hiob musste sich einige harte Fragen gefallen lassen, als Gott ihm endlich antwortete. Richtig, Gott antwortet mit Fragen. Auch Jesus hat viel gefragt, wenn er gefragt wurde. Er, der alle Antworten weiß, liebt es, zu fragen und auf diese Weise den Fragenden in Frage zu stellen.
Das ist bei uns nicht üblich. Wenn man etwas fragt, erwartet man eine klare Antwort. Eine Gegenfrage zu stellen, gilt als unhöflich. Aber ist es wirklich so? Manchmal haben wir Probleme mit Gott, weil Er uns scheinbar nicht klar genug antwortet. Er soll uns doch einfach mal sagen, was Er will und dann hat es sich!
Wir sind an Ergebnissen interessiert, wir wollen Resultate sehen. Aber Gott ist der Schöpfer. Sein Interesse gilt den Prozessen, die zu den Ergebnissen führen. Deshalb liebt Er Fragen, glaube ich. Wenn ich gefragt bin, bedeutet das, dass meine Meinung zählt. Man setzt voraus, dass ich mich mit dem Thema beschäftigt habe und deshalb etwas beitragen kann. Fragen setzen Denkprozesse in Gang und ermöglichen zu eigenen Erkenntnissen zu gelangen.
Wie bei Hiob. Nachdem Gott ihm viele Fragen gestellt hat, wird ihm bewusst, dass Gott Gott ist und Hiob nicht. Es wird ihm deutlich, dass er sich diesem Gott auch in den Tiefen seines Lebens restlos anvertrauen kann, weil Er alles in Seinen Händen hält und nichts für Ihn zu schwierig ist. Nicht die Antwort auf das "Warum?" hat Hiob aus dem Tal geholfen, sondern die Begegnung mit Gott.
Ich möchte lernen, weniger zu antworten und mehr zu fragen.
Dominique | in
Nachdenklich,
Persönlich
Sonntag, Mai 24, 2009 at 15:53 |
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