Kleider machen Leute
Stell' Dir vor, Du bist zur Hochzeit Deines besten Freundes eingeladen. Was ziehst Du an? Und wenn Du dann noch wüsstest, dass es eine richtig große Hochzeit wird, mit 'nem Haufen wichtiger Leute? Vielleicht ist die Braut ein hohes Tier oder der Bräutigam ist stinkreich. Es wird eine Megaparty und Du stehst vor Deinem Kleiderschrank und denkst: "Was ziehe ich bloß an?".
Nach Wochen zähen Ringens hast Du Dir überlegt, doch lieber Deine letzten Ersparnisse für ein komplett neues Outfit zu opfern. Du siehst top aus, die anderen sehen gut aus, die Party verspricht richtig nett zu werden. Einige Gäste fehlen noch und alle trudeln so langsam ein.
Plötzlich geht die Tür auf und ein weiterer Gast steht im Raum. Die Gespräche verstummen, die Blicke ruhen auf ihm. Seine Kleidungswahl ist für diesen Anlass... ungewöhnlich. Er trägt einen schlabbrigen Trainingsanzug und Hausschuhe. Was geht Dir in diesem Moment durch den Kopf?
In der Bibel wird uns die Geschichte eines solchen Auftritts erzählt. Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einer Hochzeit, die ein König für seinen Sohn ausrichtet (Matthäus 22:1-14). Es fing schon nicht so gut an, denn die eingeladenen Gäste wollten partout nicht kommen. Also lud der König alle möglichen Leute ein, gute wie schlechte.
Stell' Dir vor, Gott schmeißt 'ne Party und Du bist eingeladen. Wirst Du kommen? Oder bist Du zu beschäftigt und hast wichtigere Dinge zu erledigen? Vielleicht denkst Du Dir auch: "Wenn Gott mich wirklich kennt, dann will er mich nicht dabei haben." Kann sein, dass Du wirklich schlechte Dinge getan hast oder Du hast einfach eine ziemlich schlechte Meinung von Dir. Aber das spielt für Gott keine Rolle, Er will Dich gern dabei haben, egal ob Du gut oder schlecht bist. Komm' zur Party!
Die Bude ist voll, der DJ legt auf und der König begrüßt die Gäste. Da sieht er so einen Typen, der sich nicht fein gemacht hat. Ohne mit der Wimper zu zucken, schmeißt er ihn raus! Krasse Geschichte, oder? Ganz schön hart. Ist Gott so drauf? Wenn wir Ihm nicht "gut genug" sind, fliegen wir dann raus? Wenn das so ist, hat, glaub' ich, jeder von uns schlechte Karten!
Um die Geschichte wirklich zu verstehen, müssen wir ein Detail über jüdische Hochzeiten in der Antike wissen: Der Gastgeber ist für die Kleider verantwortlich! Na wie praktisch ist das denn? Du kommst zur Party und am Eingang wird Dir erstmal ein todschickes Kleid überreicht oder eben ein schnieker Taxido. Die Klamotten kannst Du danach sogar behalten!
Was ist also bei unserem Trainingsanzugsmann schief gelaufen? Offensichtlich hat er sich geweigert, die bereitgestellten Kleider anzunehmen. Vielleicht dachte er, er hat's nicht nötig. Trainingsanzug passt immer. "Ich lass' mir doch nicht vorschreiben, was ich anziehen soll!" Oder er dachte: "Andere brauchen die Kleider viel dringender als ich. Ich will niemandem was weg nehmen.". Oder er schämte sich, ein so teures Geschenk anzunehmen. Vielleicht dachte er, das wäre er nicht wert, dass ihm jemand so etwas Tolles schenkt...
Wie sieht's bei Dir aus? Gott will Dich beschenken. Er hat Dir ein niegelnagelneues Leben bereit gestellt. Es war nicht billig. Jesus hat dafür mit seinem Leben bezahlt! Alles, was Gott von Dir erwartet, will er Dir vorher geben. Du kannst kommen, wie Du bist - gut oder schlecht. Paulus sagt, dass wir als Christen den alten Menschen ablegen sollen und den neuen Menschen anziehen (Eph. 4:22-24).
Gott möchte Dich zu dem Menschen machen, der Du wirklich sein willst. Also komm: Runter mit den alten Klamotten! Bekenne Gott all die Dinge, die Dich jetzt gerade an Dir stören. Gott wird Dir komplett vergeben und Dir die Last abnehmen. Danach ziehst Du im Vertrauen auf Ihn den neuen Menschen an - Du wirst die Person, die Du sein willst. Bitte Gott Dir die Eigenschaften zu geben, die Du Dir wünschst: Liebe, Geduld, Sanftmut, Treue, Güte, Zuversicht...
Es reicht nicht, einmal im Leben die Kleidung zu wechseln. Wenn du also entdeckst, dass bestimmte schlechte Angewohnheiten wieder da sind, bestimmte Gedanken sich wieder einschleichen, dann geh' zu Gott, deinem Vater, und hol' Dir einfach wieder ein neues Outfit ab. Mehrmals täglich, so oft Du willst.
Dominique | in
Kingdom,
Nachdenklich
Donnerstag, Juli 16, 2009 at 9:13 |
1 Comment 





Reader Comments (1)
Das mit der Kleiderordnung wusste ich noch gar nicht. Cool! Das sind die auch so kleinen Details, die wir aufgrund der historischen, kulturellen Distanz übersehen. Die gilt es herauszufinden, damit wir die Texte besser verstehen.