Du kannst fliegen...
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele von uns werden gerade jetzt von Fluchtgedanken gepackt. Deshalb packen wir auch unsere sieben Sachen und machen uns aus dem Staub. Je weiter weg, desto besser! Am besten natürlich mit dem Flugzeug und dann ab in den Süden oder eben dahin, wo es noch anständige Sommer gibt!
Und wie selbstverständlich es für uns heute ist, so durch die Lüfte zu reisen, an jeden Ort der Welt, der für unseren Geldbeutel halt erschwinglich ist. Vor kurzem hat mir Claudia, eine liebe Freundin aus Berlin, einen Song geschickt, der mich nachdenklich gemacht hat: "Lilienthals Traum".
Der Mensch träumte vom fliegen, solange sich Menschen erinnern können. Schon 2300 v. Chr. gab es Darstellungen eines fliegenden Menschen. Unzählige Versuche wurden unternommen und alle sind gescheitert. Viele der ersten Pioniere haben dafür mit ihrem Leben bezahlt. Auch Otto Lilienthal war von dem Traum ergriffen, zu fliegen. Er kannte die Risiken und wusste, dass es vor ihm noch niemand geschafft hatte. Und trotzdem verwirklichte er seinen Traum mit 43 Jahren zum ersten Mal, im Sommer 1891. Das Zeitalter des Menschenfluges hatte begonnen.
Lilienthal war entschlossen, seinen Traum zu verwirklichen. Bevor er sich in die Lüfte stürzen konnte, untersuchte er etwa 20 Jahre lang den Vogelflug aus wissenschaftlicher Sicht. Seine Beiträge sind bis heute Standardliteratur auf diesem Gebiet. Unverdrossen glaubte er daran, dass er fliegen kann. Andere lachten ihn aus und nannten ihn einen Spinner, aber er wusste es besser! Wenn vor Dir noch kein Mensch erfolgreich geflogen ist, gehört schon Mut dazu, sich mit einem Fluggerät vom Berg zu stürzen. Von 1891 bis 1896 tat Otto das immer wieder und trotzte den Gesetzen der Schwerkraft immer besser. Ergriffen von der uralten Sehnsucht des Menschen, frei wie ein Vogel zu sein, wurde Lilienthal zum Wegbereiter unserer eigenen Urlaubsträume.
Am 10. August 1896 hob er zu seinem letzten Flug ab. Er würde ihn nicht überleben. Der erste erfolgreiche Flieger der Menschheitsgeschichte starb, als er seinen Traum lebte. Eine tragische Geschichte? Ist Lilienthal also gescheitert? Es ist gefährlich, seinen Träumen zu folgen. Man kann an ihnen sterben. Ist es also besser keinen Traum zu haben? Ist man dann nicht schon tot?
Die Frage ist für mich nicht, wie lange man lebt, sondern wie intensiv oder besser, wie erfüllt man seine Zeit verbringt. Wir alle werden an irgendetwas sterben. Aber was werden wir am Ende unseres Leben sagen? Haben wir unsere Träume gelebt?
Jesus Christus war bereit, für seinen Traum zu sterben. Es ist sein Traum, dass Du Seine Liebe erfahren kannst, damit Du die Kraft findest, Deinen Träumen zu folgen. Dafür ging er ans Kreuz, damit nichts mehr zwischen Dir und Gott steht. Hast Du einen Traum, für den es sich zu sterben lohnt? Hast Du etwas in Deinem Leben, wofür es sich zu leben lohnt?
Dominique | in
Nachdenklich,
Persönlich
Montag, August 3, 2009 at 9:00 |
Post a Comment 





Reader Comments